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dem Vorwort von Philllip Schmidt:
[...]
Höckhs kammermusikalisches uvre setzt sich aus Sonaten, 24
Capriccios durch alle Tonarten für Solo-Violine (ohne B.c.), Violinsonaten
mit B.c. sowie die hier edierten Parthien für zwei
Violinen mit B.c. zusammen. Die von Carl Philipp Emanuel Bach 1770 in
Hamburg herausgegebene Sammlung Musikalisches Vielerley enthält
drei Kompositionen von Höckh: im 4. und 5. Stück ist eine
Violinsonate mit Generalbaßbegleitung in G-Dur abgedruckt, das
23. Stück enthält ein Violin-Solo (mit Basso) in C-Dur und
im 40. und 41. Stück ist eine Parthie für zwo Violinen und
Baß in d-Moll zu finden. [...]
Es sind weitere Parthien größerer Besetzung überliefert.
Im zweiten Teil des Breitkopf-Katalogs von 1762 werden VII. Partite
a due Violini et Basso, di Carl HOECKH. Maest. di Cap. di Pr. dAnh.
Zerbst (A, G, F, e, D, C, B) angezeigt, die heute als verschollen
gelten müssen.
Im Jahr 1761 publizierte Höckh Sieben Parthien von zweyen Violinen
und Baß bei George Ludewig Winter in Berlin. Dieser Druck
dient als Grundlage der vorliegenden Edition. Kurios an den Parthien
ist die für das 18. Jahrhundert ungewöhnliche Anzahl. Die
Sieben Parthien in A, B, C, D, e, F, g sind mit italienischen Tempovorschriften
überschrieben und überwiegend in ihrer Satzfolge wie die moderne
Triosonate nach dem Prinzip schnelllangsamschnell strukturiert.
Ausnahmen bilden die III. Parthie, bei der nach dem zweiten der erste
Satz noch einmal erklingt und die IV. Parthie, deren Aufbau viersätzig
ist. Den Schlusssatz bildet hier ein Tempo di Minuetto. Die Mittelsätze
stehen zum Teil in der Tonart der Subdominante, in der vierten Parthie
in der Varianttonart, in der sechsten Parthie in der Dominant-Tonart
und in der letzten Parthie in der Tonart der Mediante.
Eine überschwängliche, im Kern aber treffende Charakterisierung
der Sieben Parthien findet sich bei Erich Schenk: In den
Finales klingt heiterer Ländlerton (2), innige Kantilene (6), die
charakteristische Jagdstimmung der Giguenstilisierung (3), im Mittelsatz
von 5 bereits der spezifische Mollton der Wiener Klassik auf und der
Stirnsatz von 7 hat ein ausgesprochen Chr.-Bach-Mozartsches komplexives
Thema. Derartiges wird man in Norddeutschland nur selten in solcher
Häufung antreffen. Das Allegro von 1 bringt den durch Beethovens
erstes Sinfoniefinale besonders bekannten, humorigen Solmisationsscherz-Anfang.
Fröhliches Neapolitanertum der Motivik wie der im Schlußsatz
von 6 zu beobachtende A capella-Typ belegen die italienische
Stilkomponente in Hoeckhs Instrumentalschaffen.
Der Begriff Parthia oder Partita ist keineswegs als eindeutige Gattungsbezeichnung
zu verstehen, vielmehr wird er als eine Art Sammelbegriff verwendet.
Bei den vorliegenden Werken wird er auf einen Triosonatentypus mit zwei
gleichberechtigten Violinen und Generalbaß, der seinerseits als
Übergangsstadium zu den Sonatenformen der aufkeimenden Gattungen
Streichtrio, Klaviertrio und Streichquartett zu deuten ist, appliziert.
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