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Der Florentiner Giuseppe Valentini studierte in seiner Heimat möglicherweise
bei Antonio Veracini, dann in Rom bei Giovanni Bononcini, wo er als
Musiker und Komponist tätig wurde. Auch als Dichter und Maler trat
er in Erscheinung. Ab 1708 ist Valentinis Name regelmäßig
in den Musikerlisten von Aufführungen in den Kirchen und Adelshäusern
Roms zu finden (Fürst Francesco Maria Ruspoli, Kardinäle Pietro
Ottoboni und Benedetto Pamphili). Bis zu seinem Tod im Jahre 1753 hatte
er zahlreiche angesehene Positionen inne. Von der Wertschätzung
seiner Zeitgenossen zeugt auch die Aufnahme Valentinis in die Accademia
degli Arcadi, der bedeutendsten Vereinigung von Literaten, Künstlern
und Mäzenen im römischen Spätbarock.
Die in der Sächsischen Landesbibliothek Staats- und Universitätsbibliothek
Dresden erhaltenen sechs Manuskripte mit Konzerten und einer Sinfonia
Valentinis gehören laut Albert Dunning vielleicht zu den von Valentini
in Aussicht gestellten Concerti grossi con Trombe, Obue, e diversi
altri Stromenti. Sie sind überwiegend (wie auch das D-Dur-Konzert)
in Abschriften von der Hand J. G. Pisendels überliefert, der ab
1712 bis zu seinem Tod 1755 an der Dresdner Hofkapelle als Konzertmeister
wirkte. Nach dem Tod Pisendels wurde ein Teil des von ihm gepflegten
Repertoires im sogenannten Schranck No: II archiviert.
Das Konzert in D-Dur für Oboe, Violine, Streicher und Basso continuo
kann als Beispiel für das weitgefasste Verständnis von Konzertieren
im italienischen Raum zu dieser Zeit gelten. Die Solistenbehandlung
folgt eher dem sich damals vor allem durch die Werke A. Vivaldis konsolidierenden
Solokonzert; die Instrumente treten jeweils getrennt hervor, wobei die
Oboe, zum Teil auch als farbgebendes Element in Tuttipassagen, eine
bevorzugte Position einnimmt. Die Solovioline wird lediglich im zweiten
Satz mit virtuosem Passagenwerk eingesetzt.
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