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| Vorwort
zur Partitur
Hamburg hatte sich im Verlauf des 17. Jahrhunderts zu einem wirtschaftlichen
und handelspolitischen Zentrum ersten Ranges im Heiligen Römischen
Reich Deutscher Nation entwickelt. Dafür war die Bedeutung der
Stadt als größter Hafen für den Nord-Ostsee-Raum maßgeblich.
Hinzu kamen die Einbindung in die Hanse und die große Entfernung
zu Wien, was zu einer besonders eigenständigen Stellung der Stadt
innerhalb des Reiches führte. Im Hinblick auf seine Wirtschaftsbeziehungen
hatte sich Hamburg politisch immer neutral verhalten. Entsprechend wichtig
war es, kontinuierliche diplomatische Kontakte zu pflegen — sowohl
für Hamburg selbst, das sich damit seiner Reichszugehörigkeit,
zugleich aber auch seiner reichsunabhängigen Beziehungen zu anderen
Staaten immer wieder versicherte, als auch für die betreffenden
Regierungen, denen an einem guten Verhältnis zu der bedeutenden
Hafenstadt gelegen war. So beherbergte Hamburg neben der reichen Kaufmannschaft
ständig eine große Zahl von Diplomaten, die fest in der Stadt
residierten (unter diesen befand sich auch ein Vertreter des Kaisers)
oder als Gesandte ihre Besuche abstatteten. Hinzu kamen Adlige auf der
Durchreise oder mit vorübergehendem Wohnsitz. Hamburg war eine
politisch und gesellschaftlich bedeutende, finanzkräftige Metropole
in Nordeuropa.
Joseph
I. war am 26. Juli 1678 als erster Sohn Leopolds I. geboren worden.
Ob die Chronik das tatsächliche Aufführungsdatum der Oper
mitteilt — der Librettodruck nennt den 26. Juli —, kann
nicht mit Sicherheit entschieden werden. Die Chronik-Einträge für
den 25. Juli und den Folgetag sind akkurat getrennt, ein Datierungsfehler
ist daher unwahrscheinlich. Für den 26. Juli enthält die Chronik
keinerlei Aussagen über festliche Aktivitäten. Johann Mattheson
nennt im Musicalischen Patrioten nur das Jahr der Aufführung. <5>
Angesichts
eines solcherart interpretierenden Rekurses auf die Geschichte bedurfte
es über Feinds ausführliche Vorrede hinaus nur weniger prägnanter
Hinweise im Libretto selbst, um die Oper in diesem Sinne auszurichten.
Zu Beginn überreicht Ambrosius, der Gesandte Hadrians I., Karl
die Schlüssel St. Petri und die Römische Fahne und wiederholt
damit die Unterwerfungsgeste Leos III. unter den Frankenkönig.
<13> Programmatisch wird vorher in einem Duett von Carolus Magnus
und Bernardus die Gerechtigkeit als Garant für eine siegreiche
Schlacht besungen. <14> Am Schluss der Oper steht Karls triumphaler
Einzug in Pavia, vorbei an der am Fuße des Triumphbogens ihm huldigenden
Italia. <15> Im Übrigen bleibt Raum für die Liebesintrigen,
die gewohntermaßen den Hauptteil der Handlung ausmachen. Für
diese verließ Feind den Boden des historisch Verbrieften und führte
einige „vergönnete Fictiones“ ein, wie insbesondere
die Francesco Silvanis Libretto Il duello d’amore e di vendetta
entnommene Rolle der Floriana. <16>
Aufgrund
der bekannten Daten kommen für 1709 folgende Sängerinnen und
Sänger in Hamburg in Frage: <36> Margaretha Susanna Kayser
(Sopran), <37> Mlle. Rischmüller (Sopran), <38> Mlle.
Schwartz (Sopran), <39> Johann Conrad Dreyer (Tenor) <40>
und Salomo Bendeler (Bass) <41> sowie weiterhin „die
gewesene Meintzin, damahls Frau Oberstinn Nirot“ <42>
aus Hannover, <43> Mlle. Heller (Sopran), <44> Mr. Dumont
(Tenor), <45> Mr. Petzholt (Bass) <46> und Mr. Fischer (Bass).
<47> Hinzu kommen Mme. Dehling (1708), Mme. Paulina (Sopran) und
Mlle. Wiese (1708). <48> Auch eine Mitwirkung des Sängers
Johann Ernst Rothe (Bass), der im fraglichen Zeitraum an verschiedenen
Opernhäusern wirkte (u. a. in Braunschweig und Hamburg), muss erwogen
werden. <49> |
| Anmerkungen <1> Barthold Feind nennt 1708 gegenüberstellend vier deutsche Operntheater, „[…]/ davon das Leipziger wol das pouvreste [sic], das Hamburgische das weitläufftigste/ das Braunschweigische das vollkommenste/ und das Hannoversche das schöneste [...]“; Barthold Feind, Gedancken von der Opera, in: ders., Deutsche Gedichte bestehend in Musicalischen Schau=Spielen […]. Sammt einer Vorrede Von dem Temperament und Gemüths=Beschaffenheit eines Poeten und Gedancken von der Opera., 1. Tl., Stade: Brummer 1708, S. 74–114, hier: S. 89. — Zacharias Conrad von Uffenbach beschreibt 1710 das Hamburger Opernhaus als „fast ganz so […], wie das Braunschweigische, aber etwas größer, […] doch ein gutes kleiner […] als das Leipziger […], doch mag das Theatrum [=Bühne] an beyden Orten viel grösser als das Leipziger seyn“; Zacharias Conrad von Uffenbach, Merkwürdige Reisen durch Niedersachsen, Holland und Engelland (1709–1711), 2 Bde., Ulm u.a.: Gaum 1753, Bd. 2, S. 58; zit.: Hellmuth Christian Wolff, Die Barockoper in Hamburg (1678–1738), 2 Bde., Wolfenbüttel: Möseler 1957, Bd. 1, S. 351. <2> Zum Problemkreis der Hamburger Festopern vgl. Dorothea Schröder, Zeitgeschichte auf der Opernbühne. Barockes Musiktheater in Hamburg im Dienst von Politik und Diplomatie (1690–1745) (=Abhandlungen zur Musikgeschichte, Bd. 2), Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1998. Schröders profunder Darstellung verdanken sich zahlreiche der hier dargestellten Zusammenhänge. — Eine Übersicht über Festaufführungen in der Hamburger Oper s. ebd., S. 321ff. <3> Die Zählung, auf der die Formulierung „sein zwey und dreyssigstes Gebuhrtes=Fest“ beruht (Epilogo, Nr. 153a), beginnt mit dem Tag der Geburt als erstem „Gebuhrtes=Fest“. <4> Hamburgische Chronick, Commerzbibliothek Hamburg, Sign. S/654 (6 Bde., handschr.), Bd. 4, S. 820. <5> Der Eintrag in seinem Opernverzeichnis unter „Anno 1709“ lautet: „*128. Desiderius. Herr Keiser machte die Music; Herr Feind die Poesie“; Johann Mattheson, Der Musicalische Patriot, Hamburg: [s. n.] 1728, Drey und Zwantzigste Betrachtung, S. 189 (die in diesem Verzeichnis mit einem Asteriskus gekennzeichneten Opern sind Kompositionen von Keiser). <6> Vgl. Schröder, Zeitgeschichte, S. 126. <7> Vgl. Alexander Reischert, Kompendium der musikalischen Sujets. Ein Werkkatalog, 2 Bde., Kassel u.a.: Bärenreiter 2001, Bd. 1, S. 287. Unter dem Eintrag „Desiderius“ ist für das 18. Jahrhundert nur die Oper von Feind/Keiser angegeben. Das Verhältnis von Desiderius zu Karl dem Großen und der Kampf der beiden Könige um Pavia wurde auf der Hamburger Bühne zwar bereits in Der Tapffre Kaiser Carolus Magnus, Und Dessen Erste Gemahlin Hermingardis (1692; Christian Heinrich Postel/Johann Georg Conradi; vgl. Reischert, Kompendium, S. 560) thematisiert, diese Oper behandelt allerdings die Phase der angestrebten Bündnispolitik zwischen Langobarden und Franken, die durch Karls erste Heirat mit Desiderius’ Tochter Desiderata (in Postels Libretto Hermingardis) unterstützt werden sollte (vgl. weiter unten). — Eine italienische Libretto-Vorlage für Feinds Desiderius scheint nicht zu existieren; vgl. Schröder, Zeitgeschichte, S. 123 FN 3. <8> Die Frage dieser Stoffwahl ist ausführlich diskutiert in: Schröder, Zeitgeschichte, S. 122f. <9> Diese Darstellung folgt dem Artikel „Langobarden“ in: Johann Heinrich Zedler (Hg.), Grosses vollständiges Universal Lexicon Aller Wissenschafften und Künste […], Bd. 16, Halle/Leipzig: Johann Heinrich Zedler 1737, S. 675, sowie dem Artikel „Desiderius“ in: Biographisches Wörterbuch zur deutschen Geschichte, 2. Aufl., hg. v. H. Rössler und K. Bosl, München: Francke, Bd. 1, [1973], S. 528f. <10> Dieses Recht wurde von der weltlichen Macht lange Zeit behauptet. Der sogenannte Investiturstreit wurde erst 1122 mit dem Wormser Konkordat zugunsten der Kirche entschieden. <11> Desiderius, Vorwort. <12> Ebd. <13> I,1; Nr. 30. <14> I,1; Nr. 29. <15> V,11. — Die Schilderung des entscheidenden Sturms auf Pavia selbst fällt dagegen recht knapp aus, zumal Keiser die Librettovorgabe hier nur teilweise vertonte (vgl. dazu im Kritischen Bericht). <16> Silvanis Libretto wurde zuerst 1700 von Pietro Andrea Ziani vertont; vgl. Harris S. Saunders, Artikel „Silvani, Francesco“, in: NGroveD of Opera, Bd. 4, S. 378f. — Den Venezianer Francsco Silvani hat Feind offenbar geschätzt, denn er griff auch für andere Libretti auf dessen Figuren zurück; vgl. im Vorwort zum Librettodruck La Costanza Sforzata Die Gezwungene Beständigkeit/ Oder Die listige Rache Des Sueno. An dem frohen Geburths=Tage Des Aller=Durchlauchtigsten/ Großmächtigsten Fürsten und Herrn/ Herrn Friderici IV. Königs zu Dennemarck und Norwegen/ der Gothen und Wenden etc. etc. etc. Zu unterthänigster Freuden=Bezeugung auf dem Hamburgischen Schau=Platz In einem Sing=Spiel aufgeführet, [Hamburg], 11. Oktober 1706 (komponiert von Keiser). <17> Vgl. den Part der Alethea im Eingangsrezitativ (Prologo; Nr. 2); vgl. dazu auch Schröder, Zeitgeschichte, S. 127. <18> Der Mathematiker, Physiker, Astrologe und Philosoph Dethlev Cluver (auch Clüver; ?–1708) lebte von 1698 bis zu seinem Tode als Privatgelehrter in Hamburg und war offenbar mit Feind gut bekannt; zu Cluver vgl. die Artikel „Cluver (Dethlev)“ in: Christian Gottlieb Jöcher (Hg.), Allgemeines Gelehrten=Lexicon, Bd. 1, Leipzig: [s. n.] 1750, S. 1973f.; „Detlev Cluverus“ in: Johann Otto Thiess, Versuch einer Gelehrtengeschichte von Hamburg, Bd. 1, Hamburg: Joh[ann] Ludw[ig] Schwarz Witwe 1780, S. 99f.; Artikel „Clüver (Dethlev)“ in: Hans Schröder, Lexikon der hamburgischen Schriftsteller bis zur Gegenwart, Hamburg: Verein für Hamburgische Geschichte, Bd. 1, 1851, S. 550–553. — Cluver publizierte das Geburtshoroskop Josephs I. als Bestandteil eines umfangreichen Titelkupfers in: Detlev Cluver, Disquisitiones Philosophicæ, Oder: Historische Anmerckungen Über die nützlich-sten Sachen der Welt […] Vom MDCCVI. Jahr, Hamburg: Reumaurrischer Verlag 1707, Nr. 20: Von natürlicher Abtheilung und Auflösung des Himmels in Musicalische Consonancen, wie auff die Zeit der Geburt ein Thema Cœli Harmonicum zu errichten sey/ und die Berechnung der XII. Astrologischen Häuser müsse gemacht werden, S. 153. Das Kupfer stellt den Moment von Josephs ‚Beseelung‘ durch einen Sonnenstrahl dar, der ihn im Zeichen des Löwen trifft (eine Erklärung dazu gibt Cluver ebd., S. 154). <19> Feinds Darstellung folgt bis hier weitgehend Cluver, Historische Anmerckungen, Nr. 4, S. 31. <20> Prologo, Nrn. 24a(Ende)–26. <21> Epilogo, Nrn. 153–154. <22> III,5; Nrn. 91–92. <23> III,7; Nrn. 96–97. <24> III,9; Nr. 101[f.]. — Die auf das Rezitativ Nr. 101 folgende Aria Ja zum Heroischen Exempel, die einen dem Wahnsinn nahen Helden abbildet (vgl. im Libretto-Druck), ist nicht vertont. <25> II,7–9; Nrn. 76–80. <26> Mehrfach hat Feind dieses Prinzip seiner Personencharakteristik explizit als neuartig dargestellt und zugleich als ästhetische Forderung formuliert, so bereits im Vorwort zum Librettodruck seiner ersten Oper Die Römische Unruhe. Oder: Die Edelmüthige Octavia. In einem Sing=Spiel/ Auf dem grossen Hamburgischen Schau=Platz Aufgeführet, [Hamburg] 1705 (vertont von Keiser). <27> Vgl. Bernhard Jahn, Artikel „Feind, Barthold“, in: MGG2, Personenteil 6, Kassel u. a.: Bärenreiter 2001, Sp. 879–881. <28> Feind, Vorwort zum Librettodruck Die Kleinmüthige Selbst=Mörderin Lucretia. Oder: Die Staats=Thorheit des Brutus. Musicalisches Trauer=Spiel/ Auf dem Hamburgischen Schau=Platz aufgeführet, [Hamburg] 1705, Vorwort. <29> Vgl. Hans Joachim Marx/Dorothea Schröder, Die Hamburger Gänsemarkt-Oper. Katalog der Textbücher (16781748), Laaber: Laaber 1995, S. 119. <30> In V,3; Nr. 128 und V,10; Nr. 142; vgl. dazu im Kritischen Bericht. — Unklar bleibt auch die Bedeutung der alternativen deutschen Textierung und der damit verbundenen musikalischen Variante der italienischen Aria A cantare convanti alteri (Prologo; Nr. 5). Die skizzenhafte Notierung der textlichen und musikalischen Alternative deutet zunächst auf die Fixierung eines spontanen Einfalls hin. Eine Parodie der Aria konnte nicht ermittelt werden. Mit einer Wiederaufführung des Desiderius als Repertoireoper kann die Variante nicht in Zusammenhang stehen, da in einem solchen Falle der Prolog entfiel. <31> Als Entrée wurde im Allgemeinen ein von einem oder auch von zwei Paaren (bzw. von wenigen Einzelpersonen) aufgeführter Tanz bezeichnet, die Bezeichnung Ballett weist dagegen auf eine größere Formation von Tänzern hin. <32> I,5; Nr. 49 und I,6; Nr. 51b. <33> La forza dell’Amore, Die Macht der Liebe Oder: Die von Paris Entführte Helena (1709). — Der Eintrag in Matthesons Opernverzeichnis unter „Anno 1709“ lautet: „*126. Helena. Music und Poesie von Herrn Keiser. Der Mahler war Herr Dittmer allein. Der Ballet=Meister Monsieur La Vigne.“; Mattheson, Patriot, S. 189. <34> Zur Frage der Sänger an der Hamburger Gänsemarktoper s. besonders Klaus Zelm, „Die Sänger der Hamburger Gänsemarkt-Oper“, in: Hamburger Jahrbuch für Musikwissenschaft, Bd. 3: Studien zur Barockoper, Hamburg: Wagner 1978, S. 35–73; eine Ergänzung zu Zelms ebd. gegebenem Sängerverzeichnis in: Marx/Schröder, Die Hamburger Gänsemarkt-Oper, S. 439–466. <35> Feind, Vorwort zum Librettodruck Der Fall Des grossen Richters in Israel/ Simson, Oder: Die abgekühlte Liebes=Rache der Debora. Musicalisches Trauer=Spiel/ Auff dem grossen Hamburgischen Schau=Platz vorgestellet, Hamburg: Spiering, November 1709. <36> Soweit sie zu ermitteln waren, sind die Stimmgattungen angegeben. <37> Diese sang ab 1708 und nachweislich bis 1727 in Hamburg; vgl. Marx/Schröder, Die Hamburger Gänsemarkt-Oper, S. 447. <38> Diese war bereits um 1694/95 und noch 1711 als Sängerin in Hamburg; vgl. Marx/Schröder, Die Hamburger Gänsemarkt-Oper, S. 453; Johann Mattheson, Die geheimen Begebenheiten Henrico IV. Königs von Castilien und Leon/ Oder: Die getheilte Liebe (1711), Rollenliste im Partiturautograph (D-Hs ND VI Ms. 115); Ernst Ludwig Gerber (Hg.), Historisch=Biographi-sches Lexicon der Tonkünstler, 2 Tle., Leipzig: Johann Gottlob Immanuel Breitkopf 1790, 1792, Tl. 2, S. 294. <39> Diese war um 1708/09 als Sängerin in Braunschweig tätig, trat aber auch in Hamburg auf. Sie war zugleich Tänzerin. Als Geliebte Johann Ulrich Königs kam sie 1710 mit diesem nach Hamburg; vgl. Marx/Schröder, Die Hamburger Gänsemarkt-Oper, S. 465; Mattheson, Rollenliste Henrico IV. <40> Dreyer sang bereits ab 1700 und mindestens bis 1711 in Hamburg, ab 1707 war er mit Johann Heinrich Sauerbrey zusammen Pächter der Oper; vgl. Marx/Schröder, Die Hamburger Gänsemarkt-Oper, S. 444; vgl. Johann Mattheson, Gundlage einer Ehren=Pforte […] Zum fernern Ausbau angegeben von Mattheson, Hamburg: Eigenverlag 1740, Neudruck mit bibliographischen Hinweisen und Matthesons Nachträgen hg. v. Max Schneider, Berlin: Liepmannssohn 1910, S. 55; vgl. Mattheson, Rollenliste Henrico IV. <41> Der 1683 in Quedlinburg geborene Bendeler ging nach seiner Schulausbildung und ersten Reisen (u. a. nach Italien) nach London und von dort nach Hamburg. Als hervorragender Bassist sang er daneben in Braunschweig und Leipzig und ging schließlich nach Danzig. Später kehrte er nach Braunschweig zurück, wo er bis zu seinem Tode blieb; vgl. Gerber, Lexicon, Tl. 1, S. 137f.; Mattheson, Rollenliste Henrico IV. <42>2 Mattheson, Ehren=Pforte, S. 55. <43> Mad. Meintz[in] war bereits vor 1695 an der Hamburger Oper tätig gewesen; vgl. Marx/Schröder, Die Hamburger Gänsemarkt-Oper, S. 449. Sie kehrte 1709 durch die Vermittlung Dreyers nach Hamburg zurück; vgl. Mattheson, Ehren=Pforte, S. 55. <44> Mattheson, Rollenliste Henrico IV. <45> Ein Sänger dieses Namens wurde 1694 von Kremberg der Oper verwiesen; vgl. Marx/Schröder, Die Hamburger Gänsemarkt-Oper, S. 444. In Matthesons Rollenliste Henrico IV. taucht der Name wieder auf. Ob es sich um Denselben handelt, ist nicht sicher. <46> Mattheson, Rollenliste Henrico IV. <47> Mattheson, Rollenliste Henrico IV. <48> Diese drei Sängerinnen nennt Robert D. Lynch, Opera in Hamburg, 1718–1738: A Study of the Libretto and Musical Style, Phil. Diss. New York Univ., 2 Tle., Ann Arbor, Michigan, u. a.: University Microfilms International 1979, Tl. 2, S. 519ff., als einzige für die erste Dekade des 18. Jahrhunderts. Die Sängerin Paulina trat in Keisers Der Gestürtzte und wieder Erhöhte Nebucadnezar, König zu Babylon/ Unter dem Grossen Propheten Daniel (1704; Text: Christian Friedrich Hunold) auf; vgl. Christian Friedrich Hunold, Theatralische/ Galante Und Geistliche Gedichte/ Von Menantes, Hamburg: Gottfried Liebernickel 1706, S. 121; Lynch, Opera in Hamburg, S. 526. <49> Gerber, Lexicon, Tl. 2, S. 330–333, hier besonders S. 331f. Da Gerber keine Daten für die einzelnen Lebensstationen nennt, lässt sich der Zeitpunkt von Rothes Aufenthalt in Hamburg nur indirekt bestimmen. Rothe wurde 1688 geboren. Er sang zunächst im Berliner Opernchor unter den Brüdern Bononcini. Bereits in dieser Zeit muss er seinen Stimmbruch hinter sich gehabt haben, denn im direkten Anschluss sang er in Leipzig unter Strungk seine erste Bühnenrolle als Bass. Für dieses Debüt wäre ein Alter von etwa 19 Jahren anzusetzen. Entsprechend könnten seine folgenden Auftritte in Hamburg mit einiger Wahrscheinlichkeit 1709 stattgefunden haben. <50> Von 1707 bis 1709 war Christoph Graupner Cembalist an der Hamburger Oper; vgl. Renate Brockpähler, Handbuch zur Geschichte der Barockoper in Deutschland (=Die Schaubühne. Quellen und Forschungen zur Theatergeschichte, hg. v. C. Niessen, Bd. 62), Emsdetten (Westfalen): Lechte 1964, S. 198. <51> Vgl. Wilhelm Kleefeld, „Das Orchester der Hamburger Oper 1678–1738“, in: SIMG 1, Leipzig: Breitkopf & Härtel 1899, S. 219–289; Andrew D. McCredie, Instrumentarium and Instrumentation in the North German Baroque Opera, Phil. Diss. Hamburg, Hamburg: [Eigenverlag] 1964, S. 303f.; Joachim E. Wenzel, Geschichte der Hamburger Oper 1678–1978, hg. v. Vorstand der Hamburgischen Staatsoper, Braunschweig: Waisenhaus Buchdruckerei und Verlag 1978, S. 21. <52> Vgl. im Kritischen Bericht unter „Allgemeine Anmerkungen“. <53> Vgl. Schröder, Zeitgeschichte, S. 292f. <54> Diesen Grund favorisiert Schröder; vgl. ebd., S. 293. <55> Hg. v. Friedrich Chrysander, in: Supplemente, enthaltend Quellen zu Händel’s Werken, Bd. 6, Leipzig: Deutsche Händelgesellschaft 1902; Neuausgabe Farnborough: Gregg 1968. <56> Masa(g)niello furioso. Die Neapolitanische Fischer=Empörung (1706); hg. v. Hans-Joachim Theill, in: EdM, Bd. 89 (=Abteilung Oper und Sologesang, Bd. 11), Mainz: Schott 1986. |
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