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Bildreiche
Kantate schlank gespielt Als typisches Werk dieser Zeit schwankt Hertels Kantate zwischen der älteren gelehrten Rhetorik und der neueren galanten Leichtigkeit. Manches klingt nach Bach, manches nach Mozart: Gerade dieses stete Changieren macht einen wesentliche Reiz der Musik aus. Zeittypisch ist auch der Text der Kantate, den ein Privatsekretär des damaligen Schweriner Prinzen Ludwig verfasst hat. Die Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Christi wird dort nicht dramatisiert nacherzählt, sondern vielmehr in einzelnen Stationen einer lyrischen Betrachtung unterworfen. Auch die Sprache des Textes lässt noch die barocke drastische Bildhaftigkeit nachklingen, die Hertel wiederum mit sehr prägnanter Tonmalerei noch akzentuiert. Im Schweriner Vocalensemble und dem Concerto Celestino, einem aus der Schweriner Staatskapelle erwachsenen Kammerorchester, das nun Musiker aus ganz Norddeutschland vereint, fand Hertels Musik unter der Leitung von Christian Skobowsky nicht nur kompetente, sondern auch sehr engagierte Sachwalter. Mit jedem Ton war zu hören, dass der Schweriner Paulskantor und seine Musiker sich dieser Musik mit der selben Ernsthaftigkeit widmen, die zu fordern beispielsweise bei Bach oder Mozart eine Selbstverständlichkeit ist. Tatsächlich fordern die zum Teil enormen technischen Schwierigkeiten des Werkes eine intensive Auseinandersetzung. Die hat zweifelsohne stattgefunden: Die klare Leichtigkeit der Interpretation ließ kaum Wünsche offen. Während das Concerto Celestino mit schlankem Spiel und zum Teil berückenden Streicherfarben für sich einnehmen konnte, bestach das Schweriner Vocalensemble mit homogenem Klang und höhensicherem Sopran. Über den verfügte auch Laurie Reviol, die ihre enorm virtuose Partie mit einer gewissen Portion Exaltiertheit versah: der üppigen Bildersprache des Textes durchaus angemessen. Mit feiner Zurückhaltung dagegen ging Florian Just anrührend die Basspartie an und hinterließ damit einen vorzüglichen Eindruck wie das gesamt Werk überhaupt: Wiederholung wärmstens empfohlen. |
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| . | Autor: Andreas Waczkat | |
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