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Joseph Martin Kraus - Musikalische Werke
herausgegeben von der Internationalen Joseph Martin Kraus-Gesellschaft e. V.
Editionsleitung: Gerhard Darmstadt, Michael Kube, Andreas Traub
 

 

Joseph Martin Kraus, in Miltenberg am Main geboren, wuchs in Amorbach,Osterburken und Buchen auf, ging in Mannheim auf das Jesuitengymnasium und übersiedelte nach Studienjahren in Mainz, Erfurt und Göttingen 1778 nach Stockholm. Drei Jahre später wurde er zum königlichen Kapellmeister ernannt und avancierte rasch zum bedeutendsten Musiker der glanzvollen Gustavianischen Epoche. Auf einer vierjährigen Studienreise in die wichtigsten Musikmetropolen Europas lernte Kraus u. a. Christoph Willibald Gluck und Joseph Haydn kennen, die ihn beide als Komponisten sehr schätzten. Sein umfangreiches, von einer starken künstlerischen Individualität geprägtes kompositorisches OEuvre schließt nahezu alle musikalischen Gattungen ein. Es geriet nach Kraus‘ allzu frühem Tod jedoch nahezu vollständig in Vergessenheit.
Um dem seit Jahren wachsenden Interesse an der Musik von Kraus eine tragfähige Basis zu verleihen, hat die Internationale Joseph Martin Kraus-Gesellschaft e. V. eine wissenschaftlich fundierte und zugleich der musikalischen Praxis dienende Gesamtausgabe seiner musikalischen Werke initiiert. Zum 250. Geburtstag des Komponisten wurde 2006 im Carus-Verlag ein erster Band der Ausgabe vorgelegt. Seit 2010 erscheint die Kraus-Ausgabe im ortus musikverlag.

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om109

hrsg. von
Michael Kube

Serie VII/1

Joseph Martin Kraus
Musikalische Werke
Klavier- und Orgelmusik


Erscheint:
III. Quartal 2011


Obwohl Kraus selbst verschiedentlich als Pianist in Erscheinung trat,komponierte er doch vergleichsweise wenig für dieses Instrument. Neben einem Rondo, einem Scherzo con variationi und ein paar kleineren Gelegenheitsarbeiten sind es die 1788/89 bei Olof Åhlström in Stockholm erschienenen zwei Sonaten, die als Hauptwerke dieses Werkbestandes bezeichnet werden müssen. So zeichnet sich die 1785 in Paris entstandene Sonate Es-Dur (VB 195) besonders durch ihre Eleganz, Kantabilität und klare formale Disposition aus. Noch mehr kompositorisches Gewicht weist die vermutlich 1787/88 in Stockholm entstandene Sonate E-Dur (VB 196) auf. Bei ihr handelt es sich um eine der originellsten, anspruchsvollsten und komplexesten Klaviersonaten des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Nicht nur der beträchtliche Umfang der einzelnen Sätze muss noch heute verblüffen, sondern auch Tonfall und Form, in denen sich Reste des musikalischen Sturm und Drang mit aktuellen klassischen Elementen und frühen Anzeichen der sich nahenden
Romantik verbinden.

 

M-700296-55-1 / XX+65 Seiten

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